Angst.
Behandlungsmethoden und was Sie selbst tun können.

(Fortsetzung, Teil 3 von 3)

Nach einem ausführlichen Gespräch und der Anamnese wird Ihnen der Arzt bzw. Therapeut die möglichen Behandlungsmethoden erläutern und die passende mit Ihnen gemeinsam angehen.

Das Wichtigste bei jeder Methode ist, dass Sie offen sind für eine entsprechende Behandlung und aktiv mitarbeiten. Sprich: Sich an Absprachen und Übungen halten und auch bei Nichteinhalten oder Nichtgelingen darüber in den Sitzungen sprechen.

Kognitive Verhaltenstherapie

Bei der Behandlung von Ängsten hat sich insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie bewährt. Sie hilft, angstauslösende Verhaltensmuster, Gedanken und Gefühle aufzudecken, und auf den Prüfstand zu stellen. Durch gezielte Übungen lassen sich problematische Verhaltensmuster verändern.

Im Rahmen einer Konfrontationstherapie beispielsweise setzt sich der Patient der angstauslösenden Situation aus: Zunächst nur mal in der fiktiven Vorstellung, dann mit Fotos, Bildern, Video, um letztlich auf die tatsächliche Konfrontation vorbereitet zu sein und diese zu üben.

Die Anwesenheit des Therapeuten erlaubt ihm, die Angst auszuhalten.

Der Patient erlebt, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt, und dass die Angst von alleine weniger wird. Diese Erfolgserfahrung speichert das Gehirn. Die Angst wird so bei jeder Konfrontation geringer. Insbesondere Phobien – beispielsweise vor Spinnen, großer Höhe oder vor dem Fliegen lassen sich so gut behandeln.

Ebenso ist die kognitive Verhaltenstherapie ein probates Mittel bei Zwangshandlungen.

In Rollenspielen wiederum können Patienten mit sozialer Phobie im geschützten Raum Angst einflößende Situationen ausprobieren. So können sie Selbstvertrauen und soziale Kompetenz erwerben und ihre Ängste überwinden.

Tiefenpsychologische Methoden

In manchen Fällen kann auch eine tiefenpsychologische Therapie, beispielsweise eine Psychoanalyse, sinnvoll sein. Dabei können tiefer liegende seelische Probleme aufgedeckt und anschließend bearbeitet werden, welche die Wurzel der Ängste sind.

Medikamente

Neben psychotherapeutischer Unterstützung können auch Medikamente helfen, Ängste in den Griff zu kriegen. Dabei haben sich unter anderem Antidepressiva bewährt. Auch Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine können Ängste lindern. Jegliche medikamentöse Behandlung ist nur unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen und sollte zeitlich befristet sein.

 

Das können Sie selbst tun!

Wenn Sie unter chronischen Ängsten leiden, die Ihnen das Leben schwer machen, sollten Sie in erster Linie schnell Hilfe suchen. Je länger eine Angsterkrankung anhält, desto mehr setzt sie sich fest und umso schwerer ist sie zu behandeln.

Entspannung lernen

Antworten Sie Ihrer Angst mit einer Entspannungsmethode. Denn, Entspannung und Angst schließen einander aus. Es sind zwei Zustände, die nicht gleichzeitig auftreten können. Es geht entweder das Eine oder das Andere.

Wer eine entsprechende Technik beherrscht, kann damit sogar Panikattacken in den Griff bekommen. Zur Anwendung kommen Atemübungen, gerne auch in Kombination mit aber mit Yoga. Autogenes Training und / oder Progressive Muskelentspannung sind zwei leicht zu erlernende Entspannungsmethoden. Nach einer (Selbst)Lernphase und bei regelmäßiger Anwendung wirken beide Methoden schnell und zuverlässig.

Lebensstil und Ernährung gegen die Angst

Darüber hinaus kann sich auch ein gesünderer Lebensstil positiv auf die Angstsymptome auswirken. Sport baut Stress ab und stärkt die Fitness. Außerdem verbessert Bewegung den Schlaf, der bei vielen Angstpatienten erheblich gestört ist. Eine gesunde Ernährung sorgt für zusätzliche Energie und beeinflusst den Stoffwechsel im Gehirn positiv.

All das wirkt sich auf die psychische Stabilität aus. Wer sich wacher und fitter fühlt, kann besser mit Problemen, Konflikten und Ängsten umgehen. Es stellen sich Erfolge ein, mit kleinen Schritten aber beständig. Das setzt eine positive Verstärkung in Gang, die Ihr Leben zufriedener machen kann.

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